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Arbeit ist nicht nur wegen des Geldes wichtig, sondern hat auch eine psychologische Funktion. |
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In unserer Zeit definieren sich viele Menschen über ihre Arbeit. Wer nicht arbeitet oder arbeiten kann wird dann schnell an den Rand gedrängt, weil er keine sozialen Kontakte mehr hat, und die Arbeit auch für die Psyche sinnvoll ist. Wer arbeitet, der ist erfolgreich, sexy usw. Viele psychisch Kranke sind aber den Arbeitsbelastungen nicht gewachsen und können nur wenige Stunden arbeiten. Nach einer Krankheit kann man die Arbeitsbelastung auch Stufenweise von z. B. 2 Stunden auf 8 Stunden über mehrere Monat steigern. Der Ausfall wird den Arbeitgebern dann ersetzt. Für Patienten, die keine Ausbildung wegen ihrer Krankheit abschließen konnten bieten einige Soziale Dienste, wie zum Beispiel der Caritas, Ausbildungsplätze in ihren Firmen und Werkstätten an. In einigen Bundesländern, wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen wird einer Firma, die einen psychisch Kranken einstellt, ein Zuschuß von bis zu 80% über 2 Jahre gezahlt. Es gibt dort auch spezielle Arbeitsvermittler für psychisch Kranke. Wenn man einen Schwerbehinderten-Ausweiß mit mindestens 50% Behinderungsgrad hat, dann hat man 5 Tage mehr Urlaub als normal. Auch kann man schwerer gekündigt werden. Dafür bekommt man allerdings auch schwieriger eine Stelle, wenn man diesen Ausweiß hat. Die Versorgungsämter stellen den Schwerbehindertenausweis aus. Er muß beantragt werden. Wenn man berentet ist, kann man immer noch in einer Werkstatt für psychisch Kranke arbeiten. Dort kann man aber nur einfache handwerkliche arbeiten machen, die nicht so stressig ist. Man muß allerdings einen Antrag vom Arbeitsamt an die BfA oder die Landesversicherungsanstalten richten. Je nachdem, wer der Rententräger ist. Die müssen dies dann bewilligen. Man kann auch nach einigen Jahren Rente wieder
in den Arbeitsprozeß zurückkehren. dies muß allerdings
der Rententräger bewilligen. Denn unter umständen muß
man ja umgeschult werden. Eigentlich sollte die Gesellschaft so beschaffen
sein, dass auch psychisch Kranke arbeiten können und nicht ausgegrenzt
werden. Viele traditionelle Gesellschaften können das. So gab es im
14. Jahrhundert in der belgischen Kleinstadt Geel an die 4000 psychisch Kranke,
die dort in den Familien lebten und in der Landwirtschaft arbeiteten. Die
kapitalistische Gesellschaft kann das anscheinend nicht. Wir müssen
uns um die Veränderung dieser Situation bemühen. Wir dürfen
uns nicht abschieben lassen. Es gibt die Forderung nach einem subventionierten
normalen Arbeitsmarkt für psychisch Kranke. Die soll auch für psychisch
Kranke gelten, die nur ein paar Stunden arbeiten können. Die Arbeitgeber
sollen Geld dafür erhalten, wenn sei einen psychisch Kranken einstellen.
Die verminderte Leistung des psychisch Kranken soll dem Arbeitgeber ersetzt
werden. |
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| buecherfinder | Literatur:
Peter Weber, Friederike Steier (Hrsg.:), Arbeit schaffen - Initiativen - Hilfen - Perspektiven für psychisch Kranke, Bonn, Psychiatrie-Verlag, 1998 |
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Erstellt am 14.11.2000, Version vom 9.08.2004, Johannes Fangmeyer | Top |