| Soteria ist griechisch und bedeutet Geborgensein und Befreiung. Soter heißt der Gesalbte. So wurde Jesus Christus bezeichnet. | zurück | |
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Zum ersten mal wurde in den USA von dem
Psychiater Loren Mosher ein Psychiatrie-Experiment so genannt. Loren
Mosher war auch bei Ronald Laing. Dabei wollte man die Menschen, die in
einer Psychose sind begleiten, sich mit ihnen beschäftigen und
wenig Zwang ausüben. Wenn möglich sollten keine Medikamente
angewendet werden. Es stellte sich heraus, dass die Patienten keine
Gewalt anwenden durften und keinen Alkohol
trinken durften, damit es funktionierte. Es gab zwei Selbstmorde von
ehemaligen
Patienten. Das Projekt war erfolgreich, doch stellte die NAMI die
Finanzierung
ein. Berichtet wird von dem Projekt in dem Buch: Loren Mosher:
Dabeisein:
Das Manual zur Praxis in der Soteria. Ein Teil der Betreuer waren
Laien.
Die Betreuer wohnten mit den Patienten. Man beschäftigte sich mit
Hausarbeit,
Behördengängen und Ausflügen sowie Spielen. Auf der
Grundlage
der Erfahrungen in den USA schuf der Psychiater Luc Ciompi in Bern eine
ähnliche
Soteria. Dort wurden allerdings mehr Medikamente eingesetzt und es gab
zusätzlich
noch ein Weiches Zimmer. In dem Weichen Zimmer gibt es am Anfang eine
Eins
zu Eins Betreuung, solange man in der Psychose steckt. Es gab eine Soteria in Frankfurt/Oder, die aber wegen Geldmangel wieder eingestellt werden mußte. Obwohl Die Soterien in den Gesamtkosten nicht höher sind als auf normalen Stationen, scheut man doch die hohen Personalkosten. Es werden auch deutlich weniger Medikamente in der Soteria gegeben. So kann man die Personalkosten wieder ausgleichen. Auch auf den Akutstationen des Psychiatrischen Krankenhauses in Gütersloh wurden Soteriastationen eingerichtet. Erst begann man mit einer Station, die umgebaut wurde. Es wurden aber weiterhin 20 Patienten betreut von der normalen Mitarbeiterstärke. Es gab eine große Wohnküche und ein Weiches Zimmer. Als bedeutend stellte sich jedoch der Einstellungswechsel des Personals heraus. Es begegnete den Nutzern mit einer Einstellung des Begleitens in der Krise und Dabeiseins. Das psychotische Erleben der Nutzer wurde als sinnvoll für das Leben der Nutzer eingeschätzt. Es gelang, die Zahl der Fixierungen und auch die Gewalt der Patienten eindeutig zu senken. Nicht alle Wirkfaktoren der Soteria konnten umgesetzt werden. Eine stärkere Einbindung der Station in die sonstigen psychiatrischen Angebote der Region wurde erreicht. Weitere Soteriastationen sind in der Planung oder zum Teil auch schon umgesetzt in Giessen und Hannover, München und Bremen. Auch die Psychiatrie-Erfahrenen in Stuttgart haben eine Soteria in ihrer Offenen Herberge. |
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Literatur:
Elisabeth Aebi, Luc Ciompi, Hartwig Hansen
(Hrsg.) ,Soteria im Gespräch Psychiatrie-Verlag Bonn 1996, 3.
Auflage |
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Erstellt am 25.04.2000, Version vom 19.08.2010, Johannes
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